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Unsere Arbeitsgruppe wurde 2005 innerhalb der Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel gegründet.
Unsere Aufgabe ist es, mit archäologischen Funden den Alltag der tausenden Menschen auf dem ehemaligen Lagergelände des Stalag X B, Sandbostel zu dokumentieren und die Gegenstände für die Nachwelt zu sichern. Damit versprechen wir uns nicht nur Erkenntnisse über das Leben bis 1945, sondern auch in den Jahren davor und danach, beispielsweise über die Funktion des Lagers als Strafanstalt und Jugendlager.
Aufgaben und Ziele
Stand August 2005
von
Dietrich Alsdorf
(Archäologische Grabungsleitung)
A. Lagergelände
Systematische Sicherung oberflächennaher Funde von den Äckern
Ein erheblicher Teil des Lagers wird heute landwirtschaftlich genutzt. Hier gilt es, regelmäßig Sachüberreste vor Vernichtung durch den Pflug bzw. Abfuhr im Rahmen von Steinrodungen zu retten. Bereits im Winterhalbjahr 2004/2005 konnte mit großem Erfolg auf einigen Äckern eine Vielzahl von Kleingegenständen geborgen werden. Es zeigte sich, dass größere Gegenstände, z.B. Essgefäße, aber auch Löffel usw. bei Erfassung durch den Pflug deformiert bzw. völlig zerstört werden. Eine regelmäßige Bergung dieser und anderer Funde ist daher unerlässlich. Leider dürfen derzeit noch nicht alle Ackerflächen betreten werden
Grabungen an ausgewählten Fundstellen innerhalb des Lagers
Ferner sollen gezielte archäologische Grabungen an ausgewählten Stellen durchgeführt werden, um Gegenstände aus dem Lebensalltag der Gefangenen in Hinblick auf eine künftige museale Präsentation zu bergen und darüber hinaus Zusammenhänge aus den Tagen und Wochen der Befreiung zu ermitteln: Wie und wo wurde was und in welcher Art entsorgt, vergraben, vernichtet. Dabei sollen nach Möglichkeit archäologische Befunde, wie verfüllte Gräben, Gruben, Fundamente im Hinblick auf mögliche spätere Einbeziehung in die Gedenkstätte im Boden erhalten bleiben.
Im Verlaufe des Sommers 2005 konnten auf diese Weise nach erforderlicher Genehmigung durch die Kreisarchäologie Rotenburg/Wümme mit großem Erfolg eine Brandgrube mit Inventar der ehemaligen Zahlmeisterei sowie vergrabenes Inventar innerhalb eines „Splittergraben“ zwischen den Baracken 8 und 6 im ehemaligen STALAG-Bereich untersucht werden.
Einen Bericht über diese Grabungen wird hier demnächst eingestellt.
„Archäologische Baustellenbeobachtung “ auf dem künftigenGedenkstättengelände.
Dokumentation des Ist-Zustandes der Gebäude im Hinblick auf wichtige Details sowie evtl. Bergung und Sicherung von Baufragmenten für eine spätere Ausstellung.
Bergung von Funden im Zuge laufender Bauarbeiten bzw. Aufräum- und Wegearbeiten.
Projekt Splitterschutzgraben „Küche“
Bei Auswertung alliierter Luftbilder konnte ein Zickzack-Splitterschutzgraben hinter der Gefangenenküche erkannt werden. Dieser könnte archäologisch untersucht und anschließend als sichtbares Denkmal in das Gelände einbezogen werden.
Projekt Lagerzaun/Wachtturm
In einem ähnlichen Projekt soll in einem kleinen Abschnitt die Struktur des ehemaligen Lagerzaunes untersucht werden. Auch hier könnte die Grabung Grundlage für eine spätere Rekonstruktion sein. Dies betrifft ebenfalls das Fundament eines Wachtturmes, der sich aller Voraussicht nach auf dem künftigen Gedenkstättengelände befindet.
B. Außerhalb des Lagergeländes
Dokumentation und Nachsuche an erkannten Orten und Objekten der näheren Umgebung, die in Zusammenhang mit den Kriegereignissen, dem Gefangenwesen im Raum allgemein und mit dem Lager selbst in Verbindung stehen.
Sicherung von Gegenständen, die sich möglicherweise noch auf den Höfen befinden.
Kartierung von möglichen Abfallgruben und ähnlichem aus der Lagerzeit.
Sicherung von Teilen der Moorbahn, mit denen KZ-Häftlinge vom Bahnhof Brillit nach Sandbostel gekarrt wurden.

Arbeitsgruppe
Spurensuche
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